Schuhe für den Ballengang - fast wie Barfussgehen

Bundschuhe - GODOschuhe

Alle Schuhe werden ausschließlich von Hand gefertig und genäht

und von mir passend für Deine Füsse hergestellt.

 

Es ist mehr als 45 Jahre her, daß ich mein erstes Paar Bundschuhe getragen habe und seit 40 Jahren mache ich sie. Jedes Frühjahr entsteht eine neue Serie, ich selber trage sie viel und mache sie sehr gerne. Ich halte sie für eine Form der Barfußschuhe, die schon existierte, als es diesen fragwürdigen Begriff noch gar nicht gab, denn sie fühlen sich sich eher wie Socken am Fuß an.

 

Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Varianten entwickelt, entweder, weil mir was Neues eingefallen ist oder weil jemand etwas Neues wollte. Alles fing an mit relativ dickem, steifem Rindsleder ohne eine zusätzliche Sohle. Diese Schuhe mußte man noch richtig einlaufen, naß werden lassen und eine ganze Weile tragen bis sie eine Paßform bekamen. Sie haben erstaunlich lange gehalten, aber wenn der Sohlenbereich durchgelaufen war, war der Schuh hinüber. Also habe ich mit Sohlen, mit Kleben und Nähen experimentiert und die Lebenszeit deutlich verlängert. Darauf hin konnte das Leder des Schuhs dünner werden, denn es brauchte nicht so haltbar sein wie die Sohle und später brachte ich meinen Gerber dazu, ein Ziegenleder zu herzustellen, das ich seitdem meistens verwende.

 

Das Leder ist pflanzlich gegerbt, ungewöhnlich dick, kuschelweich und sehr haltbar.

Bundschuhe natur

Helles, ungefärbtes Ziegenleder mit 6 mm mittelweicher Kunststoffsohle  90,- €

 

oder einer zweilagigen Ledersohle   + 20,- €


Farbige Bundschuhe

 Ich habe dünnes Ziegenleder in einer Palette von ca 36 Farben, das füttere ich mit einem dünnen ungefärbten Leder ab und es ergibt sich ein Farbkontrast an den Schnittkanten. Die helle Farbe des Futterleders wird von der 6 mm dicken hellen Kunststoffsohle aufgenommen.

Bei schwarzen Schuhen nehme ich ausnahmsweise schwarzes Sohlenmaterial.   110,- €

 


Mit Ledersohle

Helles, ungefärbtes Ziegenleder mit  einer zweilagigen Ledersohle  110,- €

 

Natur pur. Flexibel und haltbar.


Old Style

 Rindsleder mittelbraun in unterschiedlichen Dicken,

dazu 6 oder 8 mm mittelweiche Kunststoffsohle – je nach Schuhgröße und/oder Wunsch

80,- €

 

oder eine zweilagige Ledersohle

+ 20,- €

Tanzschuhe

 Helles Ziegenleder ohne Sohle, die echte Ledersocke. Gut zum Tanzen, für Yoga, im Haus. 60,- €

Kinderschuhe

 Der Standard sind kleine normale Bundschuhe, helles Ziegenleder,

6 mm Sohle. Ich gebe eine Wachstumszugabe dazu, dann halten sie länger.

30,- bis maximal 40,- €

 

oder eine zweilagige Ledersohle

+ 10,- €


Preise, Massnehmen und Bestellen:

Die Bundschuhe mache ich aus pflanzlich gegerbtem Ziegen- oder Rindleder. Farbige Schuhe werden mit ungefärbtem Leder abgegefüttert. Die Sohle ist aus Kunststoff, um dem Alltag auf unseren Straßen gerecht zu werden. Als Hausschuh oder für Yoga, Tanzen etc. kann der Bundschuh auch ohne Sohle gemacht werden, dann ist das Sockengefühl vollkommen.

Weiteres in der PDF:

Download
Bundschuhe, Barfussschuhe, Godoschuhe
Bundschuhe.pdf
Adobe Acrobat Dokument 487.1 KB

Historisches

 Was sind das überhaupt für Schuhe, diese Bundschuhe? Als ich sie Anfang der Siebziger Jahre kennen lernte, wurden sie von dem fantastischen Handwerker Dusan Neatnica gemacht und ich glaube, daß er sie entwickelt hat. Sie basieren im vorderen Schuhbereich auf Funden aus der Bronzezeit, also vor 3 bis 3 ½ tausend Jahren wurden sie im norddeutschen und südskandinavischen Bereich getragen, aber die Funde aus dieser Zeit sind alle deutlich komplexer als der hier vorliegende Schnitt - wobei zu berücksichtigen ist, daß die meisten Grabfunde aus den Gräbern wohlhabender und/oder bedeutender Personen stammen. Das Leder der Originale war geschlitzt, gepunzt, teilweise mit Metall verziert und vor allen Dingen die Ferse war völlig anders gestaltet und aufwändig genäht. Hier haben wir aber einen Schuh, der ohne Nadel und Faden hergestellt wird und nur aus Leder besteht. Die jetzige Ferse ist von indianischen Mokassins übernommen und wird mit Lederband gebunden, so ist ein „Climax Design“ entstanden. Die ursprünglichen Funde sind auf das Wesentliche reduziert und die Ferse durch eine viel einfachere Form ersetzt worden. Besser geht’s nicht. Spuren der alten Schuhform habe ich übrigens an den traditionellen Tanzschuhen der schottischen Folklore entdeckt.

 

In den späten Siebzigern und Achtzigern waren diese Schuhe weit verbreitet, sie wurden aus den unterschiedlichsten Ledern in unterschiedlichster Qualität auf Festivals verkauft und später kamen die Mittelaltermärkte als Verbreiter dazu. Ich verkaufe sie noch heute auf einem Wikingermarkt und sie sind dort akzeptiert, obwohl durchaus umstritten, was die historische Korrektheit betrifft.

 

Der Name Bundschuhe hat auch einen historischen Hintergrund, sogar in doppeltem Sinn. Anfang des 16. Jahrhunderts haben sich in fast ganz Deutschland Bauern erhoben, um ihre alten Rechte wieder zu bekommen, die ihnen nach und nach vom Adel entzogen worden waren. Das war die Zeit der Bauernkriege und viele dieser Bauern haben sich unter der Flagge des Bundschuhs zusammen getan. Auf ihr war ein ganz anderer Schuh abgebildet, eher eine Art Stiefel mit einem langen Schnürband.

 

Und dann gab es 1986 das Ende einer ewig langen Geschichte von Prozessen um ein Testgelände von Merzedes Benz bei Boxheim. Da sollte ein riesiges Gelände gegen den Willen der ansässigen Bauern gekauft bzw zwangsgetauscht werden und die haben sich unter dem Namen Bundschuh zusammen geschlossen, zehn Jahre lang prozessiert und zum Schluß vor dem Bundesverfassungsgericht Recht bekommen. Als das durch die Presse ging, habe ich dem damaligen Vorsitzenden ein Paar Kinderschuhe geschickt und nenne diese Schuhe seitdem mit stolzen Hintergedanken Bundschuhe - denn sie werden ja gebunden...